Fragebox

Hier finden Sie Anworten auf einige häufige Fragen im Zusammenhang mit Psychotherapie.

Wo bekomme ich schnelle Hilfe / wo erhalte ich eine Therapie?

Je nach Problem gibt es unterschiedliche Adressen, die man kontaktieren kann. Bei akuten Problemen kann der Hausarzt eine Überweisung zum Spezialisten ausstellen. Sie können aber auch Hilfe beim sozialpsychatrischen Dienst - eine Art Notdienst für psychische Notfälle - erhalten. Adressen und weitere Informationen finden Sie unter der Rubrik "schnelle Hilfe".

Psychotherapeuten in Ihrer Nähe finden Sie unter anderem über 

Wie kann ich einen Bekannten überzeugen eine Psychotherapie zu beginnen?

Kurze Antwort: gar nicht. Eine Verhaltenstherapie kann nur dann etwas bewirken, wenn der Patient selbst etwas an seiner Problemlage verändern möchte. Die Mitarbeit und Motivation des Patienten zur Therapie sind unerlässlich.

Allerdings gibt es Ausnahmen: Bei schweren Depressionen, Selbstmordgedanken oder der Gefährdung Dritter kann eine Einweisung (auch gegen den Willen des Betroffenen) in eine Klinik mit einhergehender medikamentöser Einstellung vorgenommen werden. Hilfe in derartigen Notfällen erhalten Sie bei der Rettungsleitstelle, sowie vom sozialpsychatrischen Dienst.

Benötige ich eine Überweisung für Psychotherapie?

Nein, dies ist nicht notwendig. Denken Sie aber zum ersten Termin an Ihre Versichertenkarte. Diese wird, wie beim Hausarzt auch, in jedem Quartal einmal eingelesen.

Was tun, wenn ich keinen Termin für eine Psychotherapie bekomme?

Da eine Psychotherapie über mehrere Monate andauert, sind die Wartezeiten auf einen Therapieplatz dementsprechend lang. Es gibt einige Möglichkeiten die Wartezeit zu verkürzen:
  • Anschlussbehandlung: Direkt m Anschluss an eine stationäre oder tagesklinische Behandlung erhalten Sie schneller einen Therapieplatz zur ambulanten Nachbehandlung. Dabei sollten Sie sich möglichst bereits zu Beginn der stationären Therapie um einen ambulanten Psychotherapieplatz kümmern.
  • Privat versichert: Die Kassenärztliche Vereinigung erlaubt Psychotherapeuten eine begrenzte Anzahl an Patienten je Quartal zu therapieren, um ihren Versorgungsauftrag zu erfüllen und die Qualität der Therapie zu gewährleisten. Privatpatienten fallen allerdings nicht unter diese Regelung. Daher kann ein Privatpatient bei einem bereits ausgebuchten Therapeuten unter Umständen dennoch zeitnah eine Therapie beginnen. Bitte erkundigen Sie sich vorher bei Ihrer Versicherung, ob und in welchem Umfang die Kosten für eine Psychotherapie zurückerstattet werden.
  • Kostenerstattungsverfahren für Privatpraxis: Hat Ihnen ein Arzt die Dringlichkeit der Behandlung bescheinigt, sie bekommen jedoch bei mindestens fünf Therapeuten keinen Therapieplatz innerhalb von 6 Wochen, so können Sie bei Ihrer Krankenkasse die Kostenerstattung für eine Privatpraxis beantragen. Dort erhalten Sie in den meisten Fällen nach einer verkürzten Wartezeit eine Therapie.Nähere Informationen dazu finden Sie bei der BundesPsychotherapeutenKammer.

Wer darf Medikamente verschreiben?

Zwar beinhaltet die Ausbildung und Prüfung eines Psychologischen Psychotherapeuten die Wirkungen und Nebenwirkungen von Psychopharmaka, verschreiben darf er sie jedoch nicht. Bei Bedarf arbeiten Arzt (im Idealfall der Psychiater) und Psychotherapeut eng zusammen. Der Arzt stellt Sie auf die Medikamente ein, während der Psychotherapeut Ihr Befinden im Blick behält und die Therapiegespräche mit Ihnen führt.

Ein Heilpraktiker nennt sich Psychotherapeut - darf er das?

Nein. Der Begriff "Psychotherapeut" ist eine rechtlich geschützte Berufsbezeichnung laut Psychotherapeutengesetz. Ausschließlich Psychologische Psychotherapeuten, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten und Ärzte mit entsprechender Qualifikation dürfen sich als Psychotherapeuten bezeichnen.

Ein Heilpraktiker darf allerdings nach Elaubnis laut Heilpraktikergesetz "Psychotherapie" durchführen. Methoden, die er dabei anwendet, müssen nicht wissenschaftlich anerkannt sein. Eine Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen ist nicht möglich. Auch private Krankenversicherungen bezahlen die Kosten nicht in jedem Falle.