WER hilft mir bei psychischen Problemen?

Psychologe, Psychiater, Psychologischer Psychotherapeut, Neurologe - diese Berufsbezeichnungen werden oft verwechselt. Die Ärztelandschaft für Beschwerden psychischen oder neuronalen Ursprungs ist weit gefächert und sorgt oft für Verwirrung. Häufige Fragen sind zum Beispiel:

  • Wo bekomme ich schnelle Hilfe / wo erhalte ich eine Therapie?
  • Wer darf Medikamente verschreiben?
  • Wer therapiert wie - und was?
  • Ein Heilpraktiker nennt sich Psychotherapeut - darf er das?

Weitere Fragen, sowie deren Antworten finden Sie in unserer Fragebox.

Bei krankheitswertigen psychischen Störungen finden Sie Hilfe bei:

  1. Ärzten - Voraussetzung ist ein Medizinstudium mit organischen / physischem Fokus. Nur sie dürfen in der aktuellen Rechtsprechung Medikamente verschreiben. Dazu zählen z.B. Psychiater und Neurologen. Im Gegensatz zum Psychologischen Psychotherapeuten durchlaufen sie eine deutlich verkürzte Form der psychotherapeutischen Ausbildung.
  2. Psychotherapeuten - Voraussetzung ist ein Psychologiestudium mit Fokus auf die Erlebens-, Gefühls- und Gedankenwelt von Menschen. Psychologische Psychotherapeuten haben eine spezielle Ausbildung für die Behandlung psychischer Krankheiten abgeschlossen, dürfen aber keine Medikamente verschreiben.

Oft arbeiten beide Berufsgruppen eng zusammen. Erste Anlaufstelle bei psychischen Problemen kann der Hausarzt sein. Dieser verweist Sie dann an einen für Sie passenden Weiterbehandler. Sie können sich auch direkt an Fachärzte (Psychiater, ärztliche Psychotherapeuten, Neurologen) oder Psychotherapeuten wenden. In manchen Fällen ist eine stationäre Therapie oder eine tagesklinische Behandlung sinnvoll. Auch der sozialpsychiatrische Dienst kann in Notfällen eine hilfreiche Anlaufstelle sein.

In Notfällen - z.B. bei akuten psychischen Störungen mit Selbst- oder Fremdgefährdung können Sie über den Notdienst sofort in stationäre Einweisung beantragen.  Je nach Ihrer aktuellen Notsituation finden Sie hier weiterführende Informationen.

 

Überblick über die bekanntesten Anlaufstellen

Die Behandlung psychischer Störungen erfolgt durch Psychiater und/oder Psychotherapeuten. Unter Laien werden die Berufsbezeichnungen Psychotherapeut, Psychologe und Psychiater fälschlicherweise häufig synonym verwendet. Diese Berufsgruppen unterscheiden sich in Ausbildung und Berufsbild deutlich voneinander.

Psychotherapeut

Psychologe mit Approbation für Psychotherapie.
Psychologische Psychotherapeuten haben ein Psychologiestudium und anschließend eine mehrjährige praktische Ausbildung absolviert. Diese schließt mit einer staatlichen Prüfung ab, nach welcher eine Approbation beantragt wird (Zulassung zur Heilkunde). Die praktische Ausbildung zum Psychotherapeut spezialisiert den Therapeuten jeweils auf einen Therapieansatz. Je nach Störungsbild sind verschiedene Therapieansätze unterschiedlich gut geeignet.

Psychotherapeuten üben Psychotherapie im Sinne des Psychotherapeutengesetzes und der Psychotherapierichtlinien aus. Dies umfasst die Diagnose und Behandlung psychischer Beschwerden mit Krankheitswert mittels wissenschaftlich anerkannter Methoden der Psychotherapie.

Ärztliche Psychotherapeuten absolvieren nach dem Medizinstudium ebenfalls eine Zusatzqualifikation im Bereich Psychotherapie oder einer entsprechenden Facharztausbildung (meist Psychiatrie und Psychotherapie).

Die Bezeichnung Psychologischer Psychotherapeut ist rechtlich geschützt und darf nur von approbierten Psychologen geführt werden.
siehe auch:

Psychologe

Psychologen oder Heilpraktiker Psychotherapie - dürfen keine Therapien als Kassenleistung durchführen.

Diplom-Psychologe/ Psychologe mit Master-Abschluss

hat ein Studium der Psychologie absolviert. Dieser Abschluss besitzt keinerlei Aussage über praxisbezogene Kenntnisse. Ähnlich wie ein Mediziner einen Facharzt abschließen muss, so muss der Diplom-Psychologe oder Master-Psychologe eine weiterführende Ausbildung mit anschließender Approbation absolvieren, um als niedergelassener Therapeut mit staatlicher Anerkennung arbeiten zu dürfen.

Das Tätigkeitsfeld der Diplom-Psychologen ist weit gefächert. Er darf beratend tätig sein - z.B. als Coach in der Wirtschaft, als Experte für Usability und Ergonomie, in der Auswahl von Personal, in Beratungsstellen und vielen anderen Bereichen. Er darf jedoch keine psychischen Störungen mit Krankheitswert behandeln.

Heilpraktiker Psychotherapie (HP-Psych)

Heilpraktiker ist, wer die Heilkunde berufsmäßig ausübt, ohne als Arzt approbiert zu sein. Eine von Heilpraktikern angewandte Therapiemethode muss nicht wissenschaftlich anerkannt sein.

Der Heilpraktiker muss mindestens einen kleinen Heilpraktiker-Schein besitzen. Dieser ist eine Behandlungserlaubnis in Form von Gesprächen - das bedeutet, dass der Heilpraktiker die Grenzen seiner Behandlungsmethoden kennt und den Patienten gegebenenfalls an einen Arzt oder Therapeuten verweisen muss.


siehe auch:

Psychiater

Arzt mit zusätzlicher Qualifikation. Darf Medikamente verschreiben.
Psychiater sind Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie. Sie stellen medizinische Diagnosen, behandeln und erforschen psychische Störungen. Psychiater sind berechtigt Medikamente zu verschreiben.

siehe auch:

Neurologe

Arzt mit Spezialisierung auf organische Erkrankungen des Nervensystems, Gehirns oder Rückenmarks.
Der Neurologe ist ein Facharzt für Erkrankungen des Nervensystems sowie davon betroffenen Organensystemen. Er behandelt keine psychischen Störungen.
siehe auch:
Fragen zur Psychotherapie

Fragebox

Hier finden Sie Anworten auf einige häufige Fragen im Zusammenhang mit Psychotherapie.