Therapieansätze

In der Psychotherapie gibt es unterschiedliche Therapieansätze, welche sich teilweise stark voneinander unterscheiden. Je nach Störungsbild, aber auch nach persönlichen Vorlieben können verschiedene Therapieansätze sinnvoll sein. Von den gesetzlichen Krankenkassen werden jedoch nur die Verhaltenstherapie, die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, sowie die Psychoanalyse getragen.

Verhaltenstherapie (VT)

Die Grundidee der Verhaltenstherapie basiert auf der Lerntheorie: störungsbedingtes Verhalten wurde im Laufe der Entwicklung erlernt und kann auch wieder verlernt werden, bzw. durch "gesunde" Denk- und Verhaltensmuster ersetzt werden. Ziel ist es, möglichst rasch eine Linderung der Beschwerden zu erreichen und eine "Hilfe zur Selbsthilfe" zu leisten. Der Patient soll eine Einsicht in die Ursachen seiner Probleme erreichen und Methoden erlernen und trainieren, um seine Symptome zu überwinden.

Die Therapie findet hauptsächlich im Sitzen einmal wöchentlich für 50 Minuten (eine Therapieeinheit) statt. Für einige Verfahren ist es notwendig, das Behandlungszimmer zu verlassen und bestimmte Situationen gezielt aufzusuchen. Dazu können Doppelsitzungen erfolgen. Insgesamt erstreckt sich die Verhaltenstherapie über 24 Sitzungen (Kurzzeittherapie) oder 45 Sitzungen (Langzeittherapie), kann aber (wenn nötig) auf bis zu 80 Therapieeinheiten verlängert werden.

tiefenpsychologisch fundierte PsychoTherapie (TP)

Diese Art der Psychotherapie basiert auf tiefenpsychologischen Grundannahmen. Schwerpunkt in der Behandlung liegt auf der Klärung zugrundeliegender Ursachen für psychische Beschwerden. Diese können "tief verborgen" im Unbewussten liegen (unbewusste, verdrängte oder unverstandene Bedürfnisse, Konflikte und Motive) oder in der Kindheit oder Jugend entstanden sein und bis heute einen Einfluss auf die Verhaltens- und Erlebenswelt haben. Weiß man, woher die Symptome rühren, soll in der Folge eine Besserung einsetzen.

Wie in der VT findet die Behandlung im Sitzen statt und es werden maximal zwei Therapiesitzungen pro Woche vereinbart. Zwischen 60 und 100 Therapiesitzungen werden in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Psychoanalyse (PA)

Die Psychoanalyse wurde von Sigmund Freud begründet. Als aufdeckende Therapie versucht sie, ein vertieftes Verständnis für die Ursachen einer Problematik zu schaffen. Dabei sollen Bereiche der Persönlichkeit und des Gefühlslebens, welche das Leiden aufrechterhalten, umstrukturiert werden. Dies geschieht v.a. mittels "freiem Assoziieren" (der Patient sagt unzensiert alles, was ihm durch den Kopf geht) und den "Deutungen" (Mitteilungen von Erkenntnissen seitens des Analytikers).

Die Psychoanalyse findet liegend statt, wobei der Therapeut hinter dem Analysanden sitzt. 3 bis 5 Sitzungen finden pro Woche statt, oft über mehrere Jahre. Bis zu 300 Therapieeinheiten werden von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen.